Ravensburger Schwarze Veri Zunft
Hexenliesel vom Pfannenstiel

Hexenliesel vom Pfannenstiel

Von Rupfen, Besen und mehr...

Im Jahr 1924 wurde beim Rutentheater, anlässlich des jährlichen Rutenfestes in Ravensburg, die Ravensburger Volkssage „Die Hexenliesel vom Pfannenstiel“ aufgeführt, auf welche sich die Narrenfigur der „Hexenliesel" bis zum heutigen Tag zurückführen lässt: Um 1350 lebte am Untertor in einer einsamen Tagelöhnerhütte am Pfannenstiel, das Findelkind Liese.

Dieses Mädchen hütete Kinder, pflegte Kranke und war gerne bereit, alten Leuten zu helfen. Sie war schön von Gestalt und hatte zunächst sehr viele Freunde. Als sie aber einen Pestkranken aufnahm und ihn gesund pflegte, glaubten die Bürger, dass dies nicht mit rechten Dingen geschehen sei.

Sie wurde als Hexe verschrien und aus der Stadt verbannt. Im Walde beim Beeren pflücken hörte sie, wie die Raubritter von Ringgenburg und Schmalenegg einen Überfall auf die Stadt planten. Dies erzählte sie abends ihrem Freund, dem Obersten der Ravensburger Stadtgarde, der heimlich mit ihr verlobt war. Auch Freunden, denen sie begegnete, ließ sie dies wissen. Da die Bürger ängstlich waren, kam dieses Gerücht auch vor den Rat der Zünfte, der beschloss, die Liese im Frauentor einsperren zu lassen.

Der Angriff auf die Stadt erfolgte, wurde aber von der Stadtgarde erfolgreich abgeschlagen. Durch die Fürsprache des Gardeoberst wurde die Liese rehabilitiert.