Ravensburger Schwarze Veri Zunft
Wernerhof

Wernerhof

Unser Zunftheim

Die Geschichte des heutigen Zunftheimes Wernerhof ist fast so alt wie die Geschichte der Stadt Ravensburg. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1152! Auf der Ravensburg lebte damals ein Neffe und Ministeriale von Welf IV. namens Gebizo, der kinderlos gewesen sein dürfte. So beschloß er, Gott zum Erben seiner Güter zu machen und ein Kloster zu stiften.

Dazu schenkte er im Jahre 1145 dem Abt des Klosters Rot an der Rot einen nicht unerheblichen Teil seines Privatbesitzes in der Schussenniederung bei Ravensburg, zu dem auch drei Höfe gehörten. Der Wernerhof, alias Hunoldsberg, alias Mühlbruck, der im Stiftungsjahr 1145 schon bestand und wohl auch bewirtschaftet wurde, dürfte aber erheblich älter sein.

Die Geschichte des Wernerhofes

Um 1470 wurde dann ein Bauer namens Hans Wern Lehenhuber auf dem Hof, den danach sein Sohn Veit Wern übernahm. Von dieser Familie leitet sich der heutige Name ab. Zunächst hieß er aber „Hof zur Mühlbruck genannt Werner“, auch Wörn, Wörnen, Wirn, Wirnnen, Würnnen u.ä.. Irgendwann wurde er nur noch Wernerhof genannt.

Nachdem die Ravensburger Schwarze Veri Zunft e.V. ihr Zunftheim Sennerbad zu Gunsten des Nachbarn Sonntag verkauft hatte, rückte der Wernerhof in die nähere Auswahl, dessen Besitzer die Stadt Ravensburg ist. Man wurde sich mit der Stadt Ravensburg handelseinig und unterzeichnete im April 1987 einen Nutzungsvertrag. Der endgültige Mietvertrag wurde am 15. Dezember 1987 vom damaligen Zunftmeister Otto Lutz und Vizezunftmeister Karl Heinz Schmid sowie von Hermann Vogler (damals Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg) unterzeichnet. Die Baugenehmigung erhielt die Zunft bereits im Dezember 1987, so konnte bereits im Frühjahr 1987 mit den Umbauarbeiten begonnen werden.

Umbauarbeiten im Jahre 1987

Der Umbau reichte vom Keller bis zum Dachfirst und alles, was man noch reparieren konnte, wurde wieder instandgesetzt. Die schwierigste Aktion dabei war es, das nordöstliche Hauseck, das fast abgebrochen war, mittels einer neuen Fundamentierung zu stützen. Als man die Decken ausbaute, kamen alte Lehmwickel zum Vorschein, da sich diese in sehr schlechtem Zustand befanden, wurden sie durch Schrägböden ersetzt.

Gravierend war das alte Treppenhaus, das aus feuerpolizeilichen Gründen in die nordöstliche Ecke versetzt werden musste. Im Gewölbekeller wurde der total verschlammte Boden drainiert und mit hinterlüfteten Bodenplatten belegt. Aus zwei Räumen im Erdgeschoß wurde ein großer Raum, die heutige Zunftstube mit etwa 60 m² gemacht. Der ehemalige Küchen- und Badanbau ist nun der Toilettenbereich, die Waschküche riss man wegen Baufälligkeit ab und baute dort die Zunftküche auf.
Billig war der Umbau nicht gerade. Über 450.000 DM waren zu zahlen, von denen allein die Ravensburger Schwarze Veri Zunft e.V. knapp die Hälfte aus eigenen Mitteln aufbrachte. Die ungeheure Eigenleistung von weit über 16.700 Stunden (und das sind nur die reinen Arbeitsstunden ohne Planung und Organisation), die die Zunft vollbrachten, sind dabei noch gar nicht mitgerechnet.

Das Zunftheim Wernerhof wird heute regelmäßig für die Stammtische der Maskengruppen, für die monatlichen Zunftrats- und Gruppenführungssitzungen sowie für diverse Zunftveranstaltungen wie die Räubertaufe, den 11.11., die Sprungbändelausgabe usw. genutzt.