Ravensburger Schwarze Veri Zunft
Schreikraga

Schreikraga

Immer vorne mit dabei...

In den ersten Jahren der Zunftgeschichte wurden Kinder aus der Bevölkerung eingeladen, um am großen Narrensprung in Ravensburg teilzunehmen. Die Anwerbung der Kinder begann bereits am Fasnetssamstag nach der Seelenmesse und bei der Narrenverbrüderung durch den damaligen Vizezunftmeister Karl Heinz Schmid.

Auch die Maskenträger, die am Fasnetsmontag durch die Marktstraße liefen, haben die maskierten Kinder, welche am Umzugsweg standen dazu animiert, mit ihnen zum Aufstellungsplatz hoch zu gehen, um den Narrensprung anzuführen.

Um die Kinder besser unter Kontrolle zu haben, lief in den ersten Jahren Hans Mayer (in Ravensburg besser bekannt als Kasperle Mayer) zuerst ganz alleine und später zusammen mit dem Ölschwang Papierkrattler Erich Nägele vorne weg. Da die Kinder Erich Nägele unter seiner Krattlermaske nicht verstehen konnten und diese ihm, wie er sich beklagte, laufend am Zipfel seiner Krattlermaske gezogen haben, machte er sich Gedanken, wie er sich den Kindern gegenüber mehr Respekt verschaffen konnte.

Heraus kam der Entwurf vom Schreikraga. Das Häs wurde von Eri Hansmann geschneidert. Die dazu passende Holzmaske wurde von Ehrenzunftmeister Otto Lutz in seiner Werkstatt oben in der Gossnerhalde geschnitzt. Damit die Kinder ihn unter der Maske auch gut verstehen konnten, bestand Erich auf eine extra große Mundöffnung. Diese war dann schlussendlich so groß, dass selbst das Mundstück eines Megaphons hineinpasste.

Der Schreikraga ist eine Art Narrenpolizist, der jeden Narrensprung der Zunft anführt und die Zuschauer durch das Läuten seiner Glocke auf die nachfolgenden Maskenträger aufmerksam macht. Beim Narrensprung in Ravensburg führt er den Umzug an. Seinen ersten Auftritt hatte er vermutlich in der Fasnet 1975 oder 1976.