Ravensburger Schwarze Veri Zunft
Butzhansel

Der Butzhansel

... treibt sich herum

Schnurren, strählen, närrisch froh und munter dem Gegenüber ein Narrenvers aufsagen oder ihn necken, damit möchte die jüngste Narrenfigur der Schwarzen Veri Zunft altes Fasnetsbrauchtum wieder auf die Straße bringen. 

Der Butzhansel ist eine freie Maske, die sich von Mittwoch vor Fastnacht bis zum Kehraus in der Ravensburger Altstadt bewegt und den Bürgern auf schelmische Art die Leviten liest und mit ihnen Späße macht.

Der Narr spricht den Unvermummten auf der Gass´ oder im Lokal mit teils Stimme an und kann diesem hinter der Maske ohne Rücksicht auf dessen Stellung unverhohlen und geradeheraus den Narrenspiegel vorhalten. Dieses sogenannte Narrenrecht ist die Freiheit des Narren, jedem und allen in unverletzbarer Weise die närrische Wahrheit zu sagen.

Dem fasnächtlichen Publikum eine Freude bereiten und die Kinder in den närrischen Bann ziehen, das sind die Grundzüge des Butzhansels. Dieser stets freundliche Zeitgefährte tritt immer mehrfach auf und ist nur an der Ravensburger Hauptfasnet anzutreffen. Mit seiner Saubloadragoißl, verschafft der Butzhansel nicht nur Aufmerksamkeit, er kann auch diese zur schelmischen Züchtigung einsetzen. Jeder dieser Butzhansel führt ein Beutelbuch mit sich, in dem er allerhand Lieder, Sprüche und Verse niedergeschrieben hat.

Am Mittwoch vor dem Gumpigen Donnerstag werden die Butzhansel aus dem Turm beim Alten Theater freigelassen. Von da an haben sie ihre Narrenfreiheit. Eine Laterne am Turm zeigt an, ob die Butzhansel unterwegs sind. Brennt die Laterne so treiben die Butzhansel ihr Unwesen in der Stadt. Spätestens mit dem letzten Glockenschlag zur Mitternachtsstunde muss auch der letzte Butzhansel sich wieder im Turm befinden, und die Lampe erlischt. Erst am Fasnachtsdienstag werden die Butzhansel unter Wehklagen durch ihr närrisches Gegengewicht eingefangen und für ein Jahr in den Turm verbannt. 

Die Idee für diesen Flecklesnarren stammt aus der Feder des Ehrenzunftmeisters Otto Lutz und wurde Anfang der neunziger des vergangenen Jahrhunderts für eine Tatortfolge geboren. Nach dem diese Urfigur bei der Bevölkerung gut ankam, wurde diese freundliche Erscheinung in Details überarbeitet und 2007 „wiederbelebt“. Seither mischt sich diese Narrenfigur innerhalb der Stadtmauer und den Grenzen der ehemaligen freien Reichstadt Ravensburg getreu dem Motto „Allen zur Freud- niemanden zum Leid“ unter das närrische Volk.